Pilgern auf Schwäbisch - im Badischen

Hier geht's zum ausführlichen Bericht mit tollen Bildern. Dank an den Autor Elmar Haug!

Tabor-Treff

16. Mai 2018: Besuch bei unserem ehemaligen Dekan M. Ziegler in Herrenberg

„Wenn Engel reisen…“ erwartet man normalerweise schönes Wetter zur Fahrt. Leider erfüllte sich diese Hoffnung an jenem Mittwochmittag nicht, denn zu den drei vereinbarten Bushaltestellen kamen die 42 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer überwiegend mit aufgespannten Regenschirmen. Also lautete die Devise zunächst: „Mairegen bringt Segen“.

Unser Busfahrer begrüßte die Freudenstädter Reisegesellschaft der Tabor-Kirchengemeinde vor der einstündigen Fahrt nach Herrenberg mit einer kurzen Routen-Beschreibung. Dort wurden wir am Zielort St. Josef-Kirche von unserem ehemaligen Pfarrer, Dekan M. Ziegler, bereits mit Spannung erwartet und mit herzlichem Händeschütteln begrüßt. Ihm galt der Besuch der Freudenstädter Seniorengruppe, denn vor etwa einem Jahr verlegte er seinen Dienstbereich vom Nordschwarzwald in das Gäu-Städtchen Herrenberg: Eine gute Gelegenheit, um viele bekannte Gemeindemitglieder, Freunde und Bekannte wiederzusehen oder sich im Gespräch auszutauschen.

Es begann eine kurze Kirchenführung mit interessanten Details. Die 1933 eingeweihte St. Josef-Kirche war damals die erste katholische Kirche in Herrenberg nach der Reformation in einem überwiegend evangelischen Umfeld. Ausdrucksstark wird der Besuch am Eingang empfangen von einem stilisierten Christuskopf mit dem in Stein gehauenen Schrifttext „KOMMET ZU MI ALLE, DIE IHR MÜHSELIG UND BELADEN SEID. ICH WILL EUCH ERQUICKEN. ICH WILL EUCH RUHE GEBEN FÜR EURE SEELEN.“ Worte, die als Gruß und Einladung zugleich gelten.

Sehr schön auch ein Wortbild aus dem Johannes-Evangelium: „ICH BIN DAS LICHT DER WELT.“ Es wird umrahmt von einer sieben Meter hohen Christusfigur, geschaffen als Rauputz-Fresko vom Rottenburger Bildhauer und Künstler Josef Walz. Die kupferverkleideten Türen vollenden den äußeren Eindruck des Gebäudes.

Danan wurde es still in der Kirche. Ruhige Orgeltöne erklangen von der Empore, gespielt von Dekanats-Kirchenmusikerin Marianne Aicher an ihrem denkmalgeschützten Instrument (im 19. Jh. Erbaut, später generalüberholt und seit 1952 in Herrenberg zu hören). Schließlich feierte Pfr. Markus Ziegler einen Gottesdienst mit seinen Gästen, so wie sie es in Freudenstadt während der vielen Jahre seiner dortigen Amtszeit gewohnt waren. Einen Höhepunkt bildete das Schlusslied „Segne Du Maria“.

Das farbenprächtige Chorfenster trägt den Titel „Christus in der Glorie des himmlischen Jerusalem“. Interessant ist die darin zu findende Zahlensymbolik. Darüber hinaus besitzt das von Prof. Albert Birkle geschaffene monumentale Werk einen hohen Stellenwert in der sakralen Kunst.

Für die obligatische Einkehr am Ende des ereignisreichen Tages hatte die Leiterin des Tabor-Treffs das Herrenberger Naturfreundehaus am Schönbuch ausgewählt. Hier wurden wir kulinarisch zur vollsten Zufriedenheit verwöhnt. In persönlichen Gesprächen erfuhren die sportlich interessierten Fahrt-Teilnehmer vom VfB Stuttgart-Fan Markus Ziegler unter anderem, dass er mit dem Verlauf der letzten Saison sehr zufrieden war, und „ich schaue für den VfB optimistisch in die Zukunft“. Seinen Humor bewies Pfarrer Ziegler unter großem Abschieds-Beifall: „Viele Grüße an alle, die mich kennen und mich trotzdem mögen“. Wohlbehalten brachte uns der Busfahrer wieder nach Freudenstadt zurück.

Tabor-Treff-Team

 

10.10.2018: Andorra - Paradies in den Pyrenäen

Nach den Grußworten von Diakonin Margret Herrmann von der evang. Kirchengemeinde sowie von Herrn Werner Hoffmann, Mitglied der evang.-metho. Gemeinde, übernahm Herr Friedrich Haas in gewohnt fachkundiger Weise die Gestaltung dieses ökumenischen Nachmittags. Er nahm uns mit auf eine abwechslungsreiche 3.300 km lange Reise durch Andorra. Dabei lernten wir zahlreiche interessante Städte kennen und bewunderten die an der Strecke liegenden Festungen, Kathedralen und Kirchen sowie die herrliche Landschaft mit eindrucksvollen Bergen und Tälern. Eine ganz besondere Stimmung verbreiteten die Aufnahmen von einer Lichterprozession im weltbekannten Wallfahrtort Lourdes.
Für die vielen bereichernden Eindrücke möchten wir uns an dieser Stelle nochmals sehr herzlich bei Herrn Haas bedanken. Unser Dank gilt ebenso Frau Gabriele Fellermann für die musikalische Begleitung Kuchen und Torten, die wieder große Zustimmung fanden.
Wir haben uns sehr gefreut, zahlreiche Gäste aus den verschiedenen Kirchengemeinden begrüßen zu können. Vielen Dank für Ihr Kommen.
Tabor-Treff-Team

19.09.2018: Die fünf Marien der Taborkirche

Die fünf Marien der Taborkirche – entdecken, erkennen und durch sie ins Gebet finden

Mit ansteckender Begeisterung gelang es unserer Gemeindereferentin Sigrid Karus, uns einen neuen Blick auf die fünf Marien der Taborkirche zu vermitteln.

Die barocke Madonna im rechten Seitenschiff steht auf der Weltkugel und zertritt die Schlange. Unter ihrem rechten Fuß befindet sich der Mond und auf dem Kopf trägt sie die Krone. Sie drückt eine Taube ans Herz und macht einen dankbaren, frohen und kraftvollen Eindruck. Von ihr könnten wir uns zum Gebet einladen lassen, wenn es uns gut geht und wir unsere Freude zum Ausdruck bringen wollen.

An der Rückwand der Empore sehen wir eine Rennaisance-Madonna mit dem Kind Jesus auf dem Schoß. Schaut man ihr Gesicht von der einen Seite an, erkennt man ein Lächeln, während es auf der anderen Seite einen strengen Ausdruck zeigt. Darin werden sowohl die Freuden als auch die Sorgen Marias bei der Erziehung von Jesus deutlich. Dieses Kunstwerk dient vielleicht besonders den Eltern als Anregung zum Gebet.

Maria, unterm Kreuz, die den Todeskampf ihres Sohnes miterlebt, ermutigt uns, schmerzliche Situationen auszuhalten, ohne daran zu zerbrechen. Sie hat Jesus häufig nicht verstanden, ist jedoch immer in Kontakt mit ihm geblieben und hat ihn auf seinem Weg begleitet, ohne ihm helfen zu können. Diese Maria kann uns in leidvollen Zeiten stärken und trösten.

In der Gnadenkapelle befindet sich die Pieta in einem golden glänzenden Gewand mit dem toten Christus auf dem Schoß. Ihr Gesicht ist versteinert vor Schmerz, trotzdem hat Maria auch an diesem Tiefpunkt nie die Hoffnung verloren, da die göttliche Kraft immer nahe ist. Wenn wir vor dieser ausdrucksstarken Plastik der Opfer der Kriege und der Gewalt gedenken, können wir vielleicht diese göttliche Kraft spüren. Dieses Kunstwerk ist das wertvollste und am besten gesicherte in der Taborkirche.

Im linken Seitenschiff finden wir die größte und jüngste Marienstatue in einem schlichten goldenen Gewand. Sie steht auf der Mondsichel und zwei fliegende Engel setzen ihr gleich die Krone auf. Auch wir dürfen glauben, dass Gott uns einmal die Krone des Lebens aufsetzt. Unterhalb dieser Statue können die Gläubigen Kerzen anzünden und die Mutter Gottes um Fürbitte anrufen.

Die Erläuterungen zu den einzelnen Statuen waren jeweils eingebettt in ein dazu passendes Marienlied und das Gebet „Gegrüßet seist du, Maria“.

Für die musikalische Begleitung an der Orgel bedanken wir uns sehr herzlich bei unserem Kantor Karl Echle.

Ebenso danken wir Frau Karus, durch deren fachkundige Führung wir die fünf Marien der Taborkirche ganz neu schätzen lernten.

Wir haben uns gefreut, dass sowohl Frau Karus als auch Herr Echle uns nach der Führung beim gemeinsamen Kaffeetrinken noch für einige Zeit Gesellschaft leisteten.

Der nächste Tabor-Treff findet am 10. Oktober 2018 statt. An diesem ökumenischen Nachmittag dürfen wir wieder Herrn Friedrich Haas  zu einem interessanten Dia-Vortrag begrüßen, diesmal über „Andorra – Paradies in den Pyrenäen“. Herzliche Einladung dazu!

Tabor-Treff-Team

11. Juli 2018: Sicherheitsberatung der Polizei

In einem kurzweiligen Vortrag gab Herr Uwe Schmid vom Arbeitsbereich "Kriminalprävention" bei der Polizei den Anwesenden anhand anschaulicher Beispiele mehrere "Tipps gegen Tricks".

Obwohl Bayern und BW lt. Statistik die sichersten Bundesländer sind und im Landkreis FDS mit jährlich etwa 4.000 bis 5.000 Straftaten und einer Aufklärungsquote von 67% im Jahr 2017 vergleichsweise friedlich zugeht, lässt sich die Zahl der Delikte durch die Beachtung folgender Hinweise weiter senken:

- keine großen Bargeldbeträge mit sich führen und nicht zu viel Bargeld zu Hause aufbewahren;

- Taschen oder Geldbeutel körpernah tragen und nicht im Einkaufswagen oder anderswo ablegen;

- nie Fremde in die Wohnung lassen;

- nichts an der Haustür kaufen oder unterschreiben;

- nie Geld an Fremde aushändigen (z.B. an „falsch“ Polizeibeamte)

- kein Geld wechseln, wenn man auf der Strasse darum gebeten wird;

- nicht auf die „Mitleidsmasche“ hereinfallen, wenn Fremde eine Notlage vortäuschen oder um Hilfe bitten;

- Abstand halten zu Unbekannten und Körperkontakt (bsp. Umarmungen) verhindern;

- Gewinnversprechen ignorieren;

- bei Verdächtigungen die Polizei informieren (lieber einmal zu viel als zu wenig).

Weitere Informationen über Kriminalitätsformen, denen besonders ältere Menschen ausgesetzt sind und Tipps zum Schutz vor solchen Straftaten können den Broschüren entnommen werden, die wir von Herrn Schmid erhalten hatten. Dafür sowie für den lehrreichen Vortrag sagen wir unserem Referenten an dieser Stelle nochmals vielen Dank.

05. Juni 2018: Ökumenischer Nachmittag in der Friedenskirche

Dieser sommerliche Nachmittag stand ganz im Zeichen des bedeutenden und geschätzten Liederdichters Paul Gerhardt und begann mit einem seiner bekanntesten Lieder: "Geh aus, mein Herz, und suche Freud."
Nach der Begrüßung durch Pastor Michael Mäule folgten Grußworte der Gemeindereferentin Miriam Wessling von der Taborgemeinde sowie Diakonin Margret Herrmann von der evangelischen Kirchengemeinde, bevor Herr Reiner Wälde die weitere Gestaltung des Programmes übernahm.
In seinem ausführlichen Vortrag informierte er uns über den interessanten Lebensweg und die beruflichen Stationen von Paul Gerhardt (1607-1676). Er stammte aus Gräfenhainichen in Sachsen und studierte Theologie in Wittenberg. Weitere Orte seines Wirkens als Pfarrer bzw. Diakon waren Mittenwalde, Berlin und Lübben.
Sein Leben war geprägt von vielen leidvollen Erfahrungen. Schon früh verlor er seine Eltern sowie vier seiner fünf Kinder und im Jahr 1668 starb seine Frau. Auch unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges hatte er zu leiden. Trotzdem hinterließ er zahlreiche ermutigende und tröstende Lieder, die bis heute immer noch gerne gesungen werden.
Für diesen ökumenischen Nachmittag hatte Herr Wälde ebenfalls mehrere Lieder ausgewählt, die er auf dem Klavier begleitete, u.a.
"Lobe den Herrn, meine Seele"
"Wach auf, mein Herz, und singe"
"Die güldne Sonne voll Freud und Wonne"
"Befiehl du deine Wege"
"Nun ruhen alle Wälder".
Gegen Ende des Nachmittags gab Frau Hoffmann den Gästen, die unter Schlafstörungen leiden, den Hinweis, sich die andächtigen Liedertexte von Paul Gerhardt vorzusagen und somit Ruhe und Entspannung zu finden. Dieser hilfreiche Vorschlag ist sicher einen Versuch wert.

Herzlichen Dank an die evangelisch-methodistische Kirchengemeinde für den bereichernden Nachmittag und die gewährte Gastfreundschaft.

Tabor-Treff-Team