Abschied und Dank

Vikar Ivan Totić verabschiedet sich Ende August aus der Seelsorgeeinheit Freudenstadt/ Alpirsbach

Liebe Geschwister im Herrn in unserer Seelsorgeeinheit Freudenstadt/ Alpirsbach,

Ende August geht für mich eine ganz besondere Zeit zu Ende. Zwei Jahre durfte ich als Vikar und Priester in unserer Seelsorgeeinheit Freudenstadt/ Alpirsbach wirken. Nun führt mich mein Weg weiter nach Stuttgart, wo ich im September meinen Dienst in der Hochschulseelsorge als Hochschulpfarrer beginnen werde.

Wenn ich auf die vergangenen zwei Jahre zurückblicke, dann tue ich dies vor allem mit großer Dankbarkeit. Es war für mich eine segensreiche Zeit, in der ich viele Menschen kennenlernen, begleiten und gemeinsam mit ihnen glauben, hoffen, beten, feiern und auch lachen durfte. Ich durfte viele schöne, aber auch herausfordernde Momente des Lebens mit Ihnen und Euch teilen.

Mein Dienst als Priester war vielfältig: in der Feier der Liturgie und besonders der Eucharistie, in der Spendung weiterer Sakramente, bei Taufen, Beichten und Krankensalbungen, in der Begleitung von Trauernden und Angehörigen sowie in vielen Begegnungen des Alltags. Besonders berührt haben mich immer wieder Trauungen und Beerdigungen.

Gerade die Begleitung von Menschen – jungen wie älteren, starken wie schwachen – hat mir große Freude bereitet und mich selbst immer wieder beschenkt. Besonders wertvoll waren für mich die Begegnungen mit älteren und kranken Menschen, aber auch die Begleitung in schwierigen und traurigen Momenten des Lebens.

Ein besonderes Herzensanliegen war mir die Arbeit mit jungen Menschen. Die Ministrantinnen und Ministranten zu begleiten, gemeinsam mit den “Omis” Treffen zu planen und durchzuführen, Glauben zu teilen, zu essen, zu lachen und Gemeinschaft zu erleben, hat mir große Freude bereitet. 

Ebenso waren mir die Glaubensgespräche und die Begegnungen im Rahmen von „The Chosen“ sehr wertvoll. Ich hoffe, dass es gelungen ist, Räume zu schaffen, in denen Fragen gestellt, der Glaube vertieft und Gott im eigenen Leben neu entdeckt werden konnte.

Auch der Religionsunterricht am Kepler-Gymnasium hat mir sehr große Freude bereitet. Deshalb freue ich mich besonders darauf, dass ich auch in meiner neuen Aufgabe in der Hochschulseelsorge weiterhin Religionsunterricht erteilen darf. Dass junge Menschen im Glauben eine Heimat finden und erfahren dürfen, dass die Kirche ein Ort für ihre Fragen, ihre Suche und ihr Leben sein kann, bleibt mir weiterhin ein großes Anliegen.

In all meinem Tun hoffe ich, dass mein Primizspruch immer wieder zur Geltung gekommen ist:
„Zur Freiheit berufen“ (Gal 5,13)

Diese Freiheit, zu der Christus uns beruft, ist für mich eine Freiheit, die aus dem Glauben erwächst: die Freiheit, Menschen zu lieben, ihnen zu dienen, Neues zu wagen, Verantwortung zu übernehmen und sich immer wieder von Gott beschenken und in Dienst nehmen zu lassen.

Von Herzen danke ich allen, mit denen ich in diesen beiden Jahren zusammenarbeiten durfte. Für jede Form der Zusammenarbeit, für Unterstützung, Offenheit, Geduld und die vielen guten Gespräche bin ich sehr dankbar. Ein ganz besonderer Dank gilt dem gesamten Team im Pfarrhaus. Für das Miteinander im Alltag, für die vielen kleinen und großen Hilfen, für Kreativität, Einsatz und Geduld: Vergelt’s Gott!

Besonders danken möchte ich unserem Dekan Anton Bock. Lieber Anton, mit Dir durfte ich gemeinsam beten, viele intensive Gespräche über „Gott und die Welt“ führen und einen volksnahen Pfarrer erleben, dem die Menschen wirklich am Herzen liegen. Für Dein Vertrauen, Deine Begleitung, die gemeinsame Zeit und auch für das brüderliche und menschliche Miteinander danke ich Dir von Herzen.

Dankbar bin ich auch für all die Zusammenarbeit in der Seelsorgeeinheit, für die vielen ehrenamtlich Engagierten, für die Menschen in unseren Gremien, Gruppen und Kreisen sowie für alle, die im Hintergrund dafür sorgen, dass kirchliches Leben möglich ist. Vieles geschieht oft im Verborgenen – und doch trägt gerade dieser Einsatz unsere unterschiedliche Kirchorte in der Seelsorgeeinheit Freudenstadt/ Alpirsbach.

Und wenn ich in den vergangenen zwei Jahren durch ein Wort, eine Bemerkung oder eine Handlung jemanden verletzt, enttäuscht oder vor den Kopf gestoßen haben sollte, bitte ich von Herzen um Entschuldigung. Es war mir nie ein Anliegen, jemanden zu verletzen. Zugleich weiß ich, dass wir Menschen nicht immer alles so sagen oder tun, wie es bei anderen ankommt. Sollte mir dies dennoch geschehen sein, bitte ich Sie und Euch herzlich um Verzeihung.

Nun heißt es für mich Abschied nehmen und gleichzeitig aufbrechen. Ich gehe mit großer Dankbarkeit nach Stuttgart und freue mich auf meine neue Aufgabe in der Hochschulseelsorge. Gleichzeitig bleibt ein Teil meines Herzens mit dieser Seelsorgeeinheit und mit den vielen Menschen verbunden, denen ich hier begegnen durfte.

Von Herzen danke ich Ihnen und Euch für alle Zeichen der Verbundenheit, die ich erfahren durfte – für jedes gute Wort, jede Begegnung, jede Unterstützung und besonders für das Gebet. Weiterhin bitte ich um Ihr und Euer Gebet, damit ich meinen neuen Dienst mit Freude, Mut und im Vertrauen auf Gott beginnen kann. Auch ich werde Ihnen und Euch im Gebet verbunden bleiben und die vielen Begegnungen und Anliegen dieser Zeit in meinem Herzen und vor Gott mitnehmen.

Gleichzeitig möchte ich Sie und Euch alle bitten, auch meinen Nachfolger, den neuen Vikar Laurenz   Z W I O R  , mit offenen Herzen und offenen Armen zu empfangen. Ich bin überzeugt, dass er sich auf eine segensreiche Zeit in unserer Seelsorgeeinheit Freudenstadt/ Alpirsbach freuen darf. Geben Sie ihm und gebt ihm Zeit, bei Ihnen und Euch anzukommen, seine eigenen Wege zu finden und seinen Dienst mit seinen Gaben und Fähigkeiten zu gestalten. Möge auch er bei Ihnen und Euch herzlich willkommen sein und eine segensreiche Zeit erleben.

So verabschiede ich mich mit einem weinenden und einem dankbaren Herzen. Gott möge Sie und Euch alle begleiten und segnen. Möge unsere Kirchorte der Seelsorgeeinheit Freudenstadt/ Alpirsbach mit Dornstetten, Loßburg und Zwieselberg auch weiterhin Orte sein, an dem Menschen erfahren: Wir sind von Gott geliebt, wir sind zur Freiheit berufen und wir haben begründete Hoffnung zur Freude.

Von Herzen: Vergelt’s Gott für alles!

Ihr und Euer
noch Vikar und bald Hochschulpfarrer Ivan Totić