Palmbasteln: Ein Blick hinter die Kulissen

Palmbasteln 2019 und einige Jahrhunderte zurück: Was hat es mit dem Palmen eigentlich auf sich ...

Bereits aus dem 4. Jahrhundert gibt es erste Hinweise, dass es an Palmsonntag Prozessionen gab, mit der Glaubende die Karwoche begannen und die Geschehnisse damals in Jerusalem nachahmten. Im Mittelalter führte man dann auch noch einen hölzernen Esel mit.

Den Glaubenden war es zu allen Zeiten ein Anliegen, wichtige Stationen im Leben Jesus nachzuahmen oder darzustellen, um sie anschaulich, fassbar und begreifbar zu machen. Dazu gehören auch die ersten Krippendarstellungen im 13. Jahrhundert von Franz von Assisi, aber eben auch die Palmprozessionen, Kreuzwege und Emmausgänge.

Auf diese Weise können wir bis heute den unfassbaren Ereignissen in der Karwoche näherkommen und sie besser mit uns selbst – im hier und heute – in Verbindung bringen, sie meditieren und in uns eindringen lassen und unsere eigene Christusbeziehung daduch stärken.1 

Der Palmsonntag ist das Tor zur Karwoche und kaum ein Gottesdienst ist so geprägt von der Spannung zwischen "Hosianna" und "kreuzige-ihn". Eine Spannung, der wir auch heute in verschiedenen Situationen im Alltag ausgesetzt sind. Wenn wir Erwartungen nicht erfüllen, wenn wir nicht mit dem allgemeinen Strom mitschwimmen – ja, wenn wir unbequeme Meinungen haben. Auch Jesus erfüllte nicht die Erwartungen derer, die ihn als Befreier Israels sahen. Doch Gottes Maßstab ist ein anderer. Was ist groß, was ist klein?

"Die Karwoche übt uns darin ein, Gottes Maßstäbe anzulegen, den Grund neu zu vermessen, auf dem wir stehen: Auf solchem Grund, auf hellem Hoffnungs-Grund, wird Ostern erbaut!"2

 

 

 

 

1 Vgl.: Stäps, Detlef: Hosanna dem Sohne Davids, in: Magnificat: Die Heilige Woche 2019, 8f. 

2 Sandherr-Klemp, Dorothee: Gottes Maßstab, in: Magnificat: Die Heilige Woche 2019, 14.