Kreuzweg-online der Taborkirche Freudenstadt Station 13-15

Station 13: Jesu Leichnam wird in den Schoß seiner Mutter gelegt

„Da überließ Pilatus den Leichnam dem Josef, der kaufte ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz und wickelte ihn in das Tuch“. (Mk 15,45+46)
Die Welt hat ihn gehabt. Und sie hat ihn für immer. Es ist vollbracht. Höchste Eile war geboten. Aber dass Maria sich vor dem Begräbnis den toten Sohn in den Schoß hat legen lassen, ist dennoch in seinem Aussagereichtum viel wahrer als die Tatsache, dass es wegen der drängenden Zeit wohl kaum so gewesen sein konnte. Die Pieta ist ein Bild von zeitloser Ruhe. Jesu, der zum Vater zurückkehrt, ist zunächst auf den Schoß seiner Mutter zurückgekehrt. Sein irdischer Kreislauf hat sich geschlossen.

Station 14: Jesus wird in das Grab gelegt

„Es befand sich aber an dem Platz, wo er gekreuzigt worden war, ein neues Grab. Dort nun bestatteten sie Jesus, weil das Grab in der Nähe war.“ (Joh 19,41+42)
Dem so eilig Bestatteten soll noch nachträglich der Liebesdienst einer Salbung erwiesen werden. Deshalb werden, sobald der Sabbat vorüber ist, Frauen noch einmal zum Grab Jesu gehen. Dort, am Grab, am Ort der bitteren Endgültigkeit, werden sie es erfahren und mühsam lernen müssen, es zu glauben: Jesus lebt. Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt, wird der Auferstandene ihnen und uns sagen. Amen.

Station 15: Jesus ist auferstanden

„Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier.“ (Mk 16,6)
„Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?“ So fragen die Frauen auf dem Weg zum Grab. Hart wie ein Stein ist die Grenze, die das Leben vom Tod trennt. Und wir stehen heute mit all unseren technischen Möglichkeiten ebenso ohnmächtig und hilflos davor wie die Frauen am Ostermorgen. Aber: Da, wo wir mit unseren Fähigkeiten buchstäblich am Ende sind, da beginnt Gott. Der Stein kam ins Rollen. Jesus ist auferstanden! Können wir das begreifen? Dem, der glauben will, tut sich eine neue Dimension auf. Er wird ergriffen vom Unfassbaren und Unbegreiflichen: „Mein Herr und mein Gott“ (Joh 20,28) ist dann unsere Antwort. Dir will ich vertrauen. Christ ist erstanden von der Marter alle. Des solln wir alle froh sein; Christ will unser Trost sein. Amen.