Kreuzweg-online der Taborkirche Freudenstadt Station 7-9

 

 

Station 7: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Im vierten Lied vom Gottesknecht schreibt Jesaja: „Er sah nicht so aus, dass wir Gefallen an ihm gefunden hätten. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen.“ (Jes 53,2-4)
Menschen haben ihn geschlagen, und nun halten sie ihn für einen, den Gott geschlagen hat. Dessen man sich schleunigst entledigen muss. Und jetzt immer wieder diese Verzögerungen! Wir wollen es doch hinter uns bringen. Die einen, weil es ihr Job ist. Die anderen, weil der Sabbat bedrohlich nahe rückt. Da soll doch Gott gelobt werden. Und das möglichst störungsfrei!

Station 8: Jesus begegnet den weinenden Frauen

Lukas erzählt: „Da wandte sich Jesus zu ihnen um und sprach: Ihr Töchter Jerusalems, weint nicht über mich! Weint vielmehr über euch selbst und über eure Kinder!“ (Lk 23,28)
Schämt euch nicht der Tränen, lasst sie fließen. Aber denkt noch in der Verzweiflung nach: Worüber weinen wir, und worüber vergessen wir zu weinen? Was uns hier und jetzt die Seele abwürgt, ist noch nicht das Leiden der Welt. Da sind nicht nur unsere Tränen, sondern mehr noch unser Herz und unsere Hände herausgefordert. Jesus trägt sein Leiden selbst. Aber es gibt auch die, die es alleine nicht können.

Station 9: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

Wie den Jüngern fällt auch uns das Beten oft schwer. Da sagt Jesus: „So sollt ihr beten: Vater unser im Himmel. Dein Wille geschehe. Und führe uns nicht in Versuchung.“ (Mt 5,9-13)
Stark sein müssen. Stark sein wollen. Und hinfallen. Aufstehen. Und wieder hinfallen. Und ein drittes Mal. Aber das tapfere „Jetzt erst recht!“ verbraucht sich. Ich soll in dem, was mir zugemutet wird, Gottes Willen erkennen? Auch das nützt sich ab. Oder ist gerade das gemeint, wenn der Vater-unser-Beter sagt: „Führe uns nicht in Versuchung“? Wir müssen Gottes Willen auch dann noch heilig halten können, wenn die Kraft zum Tapfersein aufgebraucht ist. Wenn der Ernstfall kommt.