Lebendiger Adventskalender 2019

Ein Licht zieht durch Dornstetten

Das Licht des lebendigen Adventskalender 2019 erleuchtet am Dienstag, 17.12.2019 um 18:00 Uhr zum ersten Mal in unserer Franziskuskirche.

Bei Kerzenschein wird ein Impuls mit Liedern und Texten zur Advents- und Weihnachtszeit vorgetragen. Danach gibt es vor der Kirche heißen Punsch und leckeres Gebäck. Bitte bringen Sie eine Tasse mit.

Herzliche Einladung

Text: Simone Brosch

Vortrag über "Das Leben von Edith Stein"

Dornstetten/Alpirsbach. Beim jüngsten Franziskustreff der kath. Kirchengemeinde im Gemeinderaum Dornstetten referierte Erika Straubinger-Keuser über eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. In Breslau 1891 als Jüdin geboren, lebte Edith Stein in ständiger Suche nach Wahrheit, nach dem Motto „Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott“, so die Referentin zu Beginn ihres Vortrags. Als stolze, willensstarke und selbstbewusste Frau geht sie ihren Weg. Bereits früh fällt Edith als überdurchschnittlich und intelligent auf. „Ich habe mir das Beten ganz bewusst und aus freien Entschlüssen abgewöhnt“, erzählt sie im Rückblick als Jugendliche. In Breslau studiert sie Literatur und Geschichte und um das Studium der Philosophie zu vertiefen, wechselt sie nach Göttingen. Trotz ausgezeichneter Doktorarbeit bei Edmund Husserl, wird ihr als Frau eine Habilitation nicht gestattet. Durch die Autobiographie von Theresa von Avila konvertierte sie zum Katholizismus und sie lässt sich taufen. Als Lehrerin in Speyer engagiert sie sich für die Rechte von Frauen und galt als gefragte Rednerin über Themen der Frauenfrage. Da sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ihren Beruf nicht mehr ausüben kann, tritt sie in den Karmel Köln-Lindenthal ein und nimmt im Gedenken an Theresa von Avila den Ordensnamen „Teresia Benedicta a Cruse“ an. Dort widmet sie sich wissenschaftlichen Arbeiten. Jedoch muss sie bald Deutschland verlassen und emigriert nach Echt in Holland. Am 2. August 1942 wird sie von der Gestapo verhaftet und am 9. August 1942 in Auschwitz umgebracht. Ihre Selig- und Heiligsprechung wurde u. a. durch den Verein Katholischer Lehrerinnen vorangebracht.  Katholischen Frauen im Beruf lag in besonderer Weise daran, dass eine wissenschaftlich gebildete und berufstätige Frau in den Heiligenkalender der katholischen Kirche aufgenommen wurde. Am 10. Mai 1987 wird Edith Stein selig gesprochen und am 9. Oktober 1998 heilig in Rom. Erika Straubinger- Keuser hat mit ihrem Vortrag den Lebensweg und die religiöse Entwicklung Edith Steins, ergänzt mit einigen Fotos, ausführlich und eindrucksvoll dargestellt. Dafür dankte Rosi Lutz der Referentin mit einem Präsent.

Text und Bild: Helmut Held